festival contre le racisme 2024

Samstag, 8. Juni, ab 15 Uhr — Welfengarten — drei Bühnen — Open-Air-Konzerte — Info-, Essens- und Getränkestände — Eintritt frei

Das Festival contre le racisme 2024 findet dieses Jahr am 08. Juni wie gewohnt im Welfengarten statt und bildet erneut den Auftakt zur anschließenden Veranstaltungsreihe. Wir haben den Rahmen des Programms nach dem Erflog der letzten Jahre im Groben beibehalten und bieten Euch, neben diversen Infoständen verschiedenster Gruppen und Initiativen, einer Kinderbetreuung und einigem an kulinarischen Leckerbissen und Getränken zu erschwinglichen Preisen, auch ein umfangreiches Programm auf insgesamt drei Bühnen.

Die Veranstaltungsreihe setzt sich mit Themen wie Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus und Nationalismus, sowie mit Perspektiven, diese zu überwinden, auseinander und findet vom 10. Juni bis zum 25. Juni statt.

Der Eintritt ist frei!

__ EN __

The festival contre le racisme Hannover 2024 will take place on 8th of June as usual in the Welfenpark and will once again be the prelude to the subsequent series of events. Following the success of previous years, we have roughly retained the framework of the program and in addition to varoius information stands from different groups and initiatives, childcare and a range of culinary delicacies and drinks at affordable prices, we are also offering you an extensive program on a total of three stages.

The series of events dealing with anti-semitism, racism, colonialism and nationalism as well es perspectives for overcoming them.

Admission is free!

Das gesamte Programm zum Open-Air wie zur Veranstaltungsreihe findet ihr weiter im weiteren Verlauf dieses Blogs:

Live-Acts 08. Juni 2024 ab 15 Uhr Hauptbühne

ABARRA (Dance/Elektronic, Lebanese Pop)

Eine Fähre verbindet Häfen miteinander, ermöglicht Austausch – und dadurch Fortschritt. Dazu durchquert sie mühelos das Freiwasser zwischen menschgemachten Grenzen. In diesem Sinnbild spiegelt sich das kreative Selbstverständnis von Abarra, die sich nach dem arabischen Wort für Fähre benannt haben.
Vier Menschen, vier Herkunftsländer, vier klassische Musikausbildungen an vier verschiedenen Hochschulen: Diese Aufzählung gibt einen Eindruck, wie vielfältig der kulturelle Hintergrund von Abarra ist – und wie bunt die Musik klingt, die aus diesem Hintergrund heraus entsteht. Zupfinstrumente wie Oud und Saz sowie folkloristischer Gesang setzen einen deutlich orientalischen Grundton, in welchen der tiefe, weiche Klang einer Bratsche mündet. Mit Klarinette, Saxophon und Fagott schwingt sich das Ganze in geradezu orchestrale Dimensionen auf. Dazu kommt ein elektronisch generierter Groove, der unter der fusionierenden Harmonie wie ein gesunder, kräftiger Herzschlag pocht – archaisch, rituell und gleichzeitig so modern wie es nur sein kann. In der universellen, im Tanz für jeden Menschen verständlichen Sprache ihrer Musik erzählen uns Abarra, was es auf einer gemeinsamen Überfahrt alles zu entdecken gibt.

ANARKIA TROPICAL (Ska/Punk/Cumbia)

Anarkia Tropikal was created in 2005 in Santiago, Chile. It is said by many that they were the first to combine Cumbia with punk, however, they do not believe it.
„Joe Strummer (The Clash) listened to Andres Landeros (Colombian Cumbia player), which shows that Cumbia and Punk have a love story before we came along”. They’ve toured various countries and played together with bands like Pibes Chorros and Todos Tus Muertos.
Their first album, La venganza de los brujos, was released in 2013 and it was followed by Cumbia Punk 201666 (2017) and Pueblo Fantasma (2018), a live show recorded in Santiago at Espacio San Diego 1455 in November 9th, 2017.

LA LUCIA & MONA MI

La Lucía und Mona Mi sind Teil des Münchner Kollektivs „FastForward“. In ihren Tracks rappen sie sowohl auf deutsch als auch auf spanisch. Dabei variieren die Beats zwischen 90 bpm Kopfnicker-Sound und schnellerem „Bass-Music“-Tune. Im Februar 2023 erschien Ihre zweite gemeinsame EP „arcoiris negro EP“.

We focus on Rap / Hip Hop as well as instrumental music with open minds towards other styles and genres.

IRGENDWAS MIT SACHBESCHÄDIGUNG (Rap)

NEWCOMER:innen in der Rap-Szene machen Irgendwas mit Sachbeschädigung, kurz IWS, linksradikalen Battlerap. Selbstironisch und ganz nach dem Credo: ein Zwinkern für die Crowd und eine Ohrfeige für den Fascho. Stilistisch bewegt sich die Mixed Gender Crew zwischen düsterem Drill und sonnigem BoomBap. Es geht um die Klassiker des Nazi-Boxens, Wassereis bei Sommerhitze, Enteignung, Macker mit Konfrontationpädagogik erziehen, Graffiti und Tiefkühlpizza.

SAVO

SAVO, ist eine kurdische Künstlerin aus Hannover, die in ihrer Musik, Inspiration von R’n’B, Neo-Soul, Indie und Hiphop zu einem Fluss der Existenz vereint. Ihre Songs spiegeln Alltagskrisen und tiefgründige Gedanken in philosophischer Weise wider. Begleitet von Joey, Taro und Niklas auf der Bühne, fließen die Melodien wie klares Wasser und offenbaren die Schönheit der menschlichen Erfahrung.

Veranstaltungsreihe des fclr vom 10. Juni bis 25. Juni 2024

Vortrag/Diskussion: Jin Jiyan Azadi – Revolutionäre Praxis der kurdischen Frauenbewegung

Montag, 10.6.2024, 18 Uhr, Schneiderberg 50, Raum 106

Was beinhaltet eine Revolution der Frauen, die das komplette 21. Jahrhundert prägen und verändern wird? Inwiefern wurde uns vor allem die kurdische Frauenbewegung zu einem so großen Vorbild im Hinblick auf einen weltweiten Frauenkonförderalismus, als demokratische Alternative zum jetzigen vorherrschenden System?

Was steckt hinter dem Slogan JIN JIYAN AZADÎ und wie sieht eine lebensnahe Praxis in der Revolution tatsächlich aus?

Organisierung ist für uns Frauen ein sehr wichtiger Schritt hin zu einem freien und gesellschaftlichen Leben. Dabei geht es vor allem um den Aufbau von freiem Willen und eines neuen Selbstbewusstseins, um kollektives Leben und eine Vernetzung unter Frauen weltweit. Als junge kurdische Studentinnen wollen wir mit euch gemeinsam diskutieren, uns austauschen und vernetzen und laden euch alle deshalb herzlich zu unserem Vortrag ein.

Organisiert von Jinen Xwendekar (Kurdische Studierende Frauen)

Lesung/Vortrag: Dagmar Schediwy – Sozialpsychologie des Fußballnationalismus

Dienstag, 11.6.2024, 18 Uhr, Elchkeller

Noch immer wird die Männerfußball-WM 2006 als Ereignis postmoderner Eventkultur idealisiert:  Im sogenannten Partypatriotismus habe ein ironischer und spielerischer Umgang mit nationalen Symbolen stattgefunden, der friedlich und inkludierend gewesen sei. Diesem Narrativ werden die Interviews auf Fanmeilen gegenübergestellt, die ich 2006, 2008 und 2010 durchgeführt habe. Dabei soll gefragt werden, inwieweit der öffentliche Diskurs rund um die Fußballevents zu einer Normalisierung nationalistischer und geschichtsrevisionistischer Einstellungen beigetragen und damit dem Aufstieg rechter Parteien und Bewegungen in Deutschland den Weg bereitet hat.

Zur Person: Dr. Dagmar Schediwy ist Sozialpsychologin und arbeitet als Autorin und Wissenschaftsjournalistin in Berlin. Sie hat eine Printmedienanalyse der Fußball-WM 2006 erstellt und über 200 Deutschlandfans auf Fanmeilen zu ihren Einstellungen und Gefühlen befragt.

Organisiert von mata Hannover

Filmvorführung: Añil

Mittwoch, 12.6.2024, 19 Uhr, Elchkeller

Ventana al Sur präsentiert im Rahmen des FCLR die Filmreihe „Narrativas Disidentes“ den Dokumentarfilm „Añil“ von Julio López Fernández. Drei junge Schauspielerinnen stellen Zeugnisse von Frauen nach, die während des salvadorianischen Bürgerkriegs (1980-1991) sexuelle Übergriffe erlitten haben, in einer Fabel, in der die Ausbeutung von Land und Körper in El Salvador durch die Geschichte des Indigos erzählt wird.

Autoritäre Nationalstaaten haben in der Geschichte Lateinamerikas immer ihre eigene Bevölkerung unterdrückt. Deshalb werden wir nach der Filmvorführung gemeinsam mit dem Regisseur über Nationalismus und Autoritarismus diskutieren und dabei die Entwicklungen in El Salvador unter Nayib Bukele betrachten und kritisieren.

Organisiert von Ventana al Sur

Gespräch/Austausch: Antisemitismus und Nationalismus – Ein Gespräch mit RIAS Niedersachsen

Donnerstag, 13.6.2024, 18 Uhr, Elchkeller

Das   Nationalismus   und   Ideologien   der Ungleichheit, wie   der   Antisemitismus   über   einen Zusammenhang verfügen mag auf den ersten Blick offensichtlich erscheinen. Aber wie genau sind die beiden Phänomene ideologisch miteinander verwoben? Welche Rolle spielte das Entstehen von Nationalstaaten für die Entwicklung des modernen Antisemitismus? In welchem Bezug stehen kollektive nationale Bedürfnisse und Verständnisse von Nation für so genannte neue Formen des Antisemitismus wie der Schuldabwehrantisemitismus oder israelbezogenem Antisemitismus? Wie schlagen sich nationalistische Motive in aktuellen antisemitischen Vorfällen nieder?

Diesen und weiteren Fragen soll in einem Gespräch mit RIAS Niedersachsen, der Recherche und Dokumentationsstelle für antisemitische Vorfälle, auf den Grund gegangen werden. Dabei soll auch ein Blick darauf geworfen werden, wie die Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle in Niedersachsen funktioniert.

mit Helge Regner von RIAS Niedersachsen

Demonstration: Nationalismus ins Abseits schießen

Samstag, 15. Juni 2024, 14 Uhr, Weißekreuzplatz

Im Juni steht mit der Europameisterschaft die nächste Fußballgroßveranstaltung in Deutschland, nach der WM 2006, an. Eine Woche vor dem Eröffnungsspiel der EM finden die Europawahlen statt und ab September die Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern. Der Sommer 2024 steht unter dem Einfluss vieler Veranstaltungen, manche vermeintlich politischer als die andere. Die  deutsche Linke sieht sich konfrontiert mit einem Sommer voller Deutschlandflaggen und AfD Wahlkampfständen. Ein Sommer, in der Man(n) wieder stolz auf sein Land sein darf und die FIFA Deutschland als weltoffen und tolerant propagiert.

Schluss mit dieser Heuchelei!

Ein Land das vor wenigen Wochen beschlossen hat Asylsuchende schneller abzuschieben, an Grenzen festzuhalten und über Menschen spricht, wie über Waren, ein Land indem Neonazis mit Parteifunktionären an runden Tischen flächendeckende Abschiebungen planen und ein Land in dem Antisemitismus nicht mal hundert Jahre nach dem Holocaust weiterhin offen auf der straße zur schau gestellt wird, ist nichts worauf man stolz sein kann. Der Nationalismus der Deutschen hat Tradition und ist nicht erst seit dem Erstarken der AfD wieder auf dem Vormarsch.

Wir haben keinen Bock auf rechte Parolen, rassistische Weltbilder und antifeministische Tradwife Bewegungen. Wenn wir mit rechten Traditionen brechen wollen, dann ist jetzt der Moment um zu handeln. Am 15. Juni, einen Tag nach dem Auftakt der EM, welche abermals als Lobeshymne auf Deutschland fungiert, wollen wir zeigen, dass wir uns wehren! Dass wir keinen Bock haben auf Nationalisten und Deutschlandfanatiker, egal ob im Fußballtrikot, in Springerstiefel oder im Anzug eines AfD-Abgeordneten. Kommt mit uns auf die Straße und zeigt allen, die nie wieder stolz auf Deutschland sein wollen, dass uns Patriotismus noch nie geholfen hat!

Wehrt und organisiert euch, bildet Bezugsgruppen und kommt am 15. Juni um 14 Uhr zur Demo in Hannover.

Nationalismus und Konservatismus den Kampf ansagen!

Never again is Now!

Vortrag/Diskussion: Lösungsvorschlag der Nationalismusfrage am Beispiel Kurdistans – kritisches Hinterfragen des Nationalstaates

Montag, 17. Juni 2024, 18 Uhr, 14. Stock, Conti-Hochhaus

Die Krise der Nationalstaaten und der stärker werdende Nationalismus spitzen sich immer weiter zu. Die Ergebnisse sehen wir in faschistischen Regierungen und globalen Kriegen.

Vor allem im Nahen Osten gibt es momentan das größte Potential – trotz all der tiefverwurzelten Konflikte – einer demokratischen Alternative gegenüber dem kapitalistischen Monster der Nationalstaaten. Am Beispiel Kurdistan und vor allem der Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien wollen wir diese Idee mit euch ausdiskutieren. Wir laden euch alle herzlich zu unserem Vortrag ein.

Vortrag/Gespräch: Halim Dener Gedenkveranstaltung – Antikurdischer Rassismus und staatliche Repression

Dienstag, 18.6.2024, 19 Uhr, 14. Stock

Halim Dener wurde vor 30 Jahren in Hannover von einem Polizisten erschossen. Seine Geschichte spiegelt die Grausamkeiten wieder, die Menschen aufgrund von antikurdischem Rassismus und politischer Repression erfahren. Gefoltert, geflüchtet, verboten, letztendlich erschossen – Halim Dener steht stellvertretend für viele, die für ihre Überzeugungen und ihre Identität kämpften und dabei ihr Leben verloren.

Doch Halim Deners Erbe lebt weiter. Seit 10 Jahren setzt sich die Kampagne für ein würdevolles Gedenken, öffentliche Aufklärungsarbeit, Gerechtigkeit und Solidarität ein. Gemeinsam haben wir Ziele erreicht, Erfolge geschaffen und den Blick auf die Notwendigkeit des Zusammenhalts geschärft. Unsere Arbeit ist jedoch noch nicht beendet. Antikurdischer Rassismus und unterschiedliche Rassismen und staatliche Repressionen halten weiterhin an, und es liegt an uns, dagegen anzugehen.

„Kämpfe verbinden“ – dieses Motto steht für mehr als nur Worte. Es ist ein Aufruf zur Solidarität, zur gegenseitigen Unterstützung und zum gemeinsamen Handeln. Lasst uns gemeinsam voneinander lernen, zusammen kämpfen und gemeinsam eine gerechtere Zukunft gestalten.

Wir laden dich / euch ein, an unserer Veranstaltung teilzunehmen, um Halim Dener zu gedenken, über aktuelle Kämpfe zu diskutieren und gemeinsam Wege zu finden, wie wir aktiv werden können.

Erfahrungsbericht/Austausch: Indigener Widerstand in Südmexiko: Zwischen Militarisierung und Partizipationsmöglichkeit

Mittwoch, 19.6.2024, 16 Uhr, Elchkeller

Das Mega-Infrastrukturprojekt „Tren Maya“ im Südosten Mexikos verläuft u.a. durch Naturschutzgebiete und indigene Gemeinden. Von der UN verankerte Partizipationsrechte für indigene Gemeinden wurden dabei größtenteils missachtet und übergangen, während die lokale Flora und Fauna zerstört wird. Darüber hinaus ist die lokale Bevölkerung verstärkter Repression der mexikanischen Nationalgarde ausgesetzt und kämpft für ihr Selbstbestimmungsrecht.

Repräsentant*innen des Regionalen Indigenen Rat aus Xpujil/Mexiko bieten einen Erfahrungsbericht zu den Auswirkungen des Megaprojekts „Tren Maya“ für die lokale Bevölkerung und dem Biosphärenreservat Calakmul in Campeche. Anschließend gibt es eine offene Fragerunde.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Seminarreihe „Es fährt (k)ein Zug durch Yucatán“ statt.

Weitere Informationen: www.ventanaalsur.org

Mit dem Consejo Regional Indígena y Popular de Xpujil/Mexico

Vortrag/Diskussion: Alle Jahre wieder: Nationalismus und seine Auswüchse

Donnerstag, 20. Juni 2024, 19 Uhr, Hüttenstraße 4-6

Alle Jahre wieder, kommt leider nicht nur das Christuskind, sondern auch die Debatte um Leitkultur, Patriotismus und Nationalstolz um die Ecke. Endlich wieder Stolz aufs eigene Land sein dürfen, endlich wieder „Ausländer raus“ fordern. Toll!

Schauen wir uns die Umfragewerte der AfD an – insbesondere bei jüngeren Wähler:innen – scheint es, als wären rechtes Gedankengut, Menschenhass und autoritäres Denken mehr en vogue denn je. Wir wollen uns gemeinsam die verschiedenen Ausprägungen von Nationalismus anschauen, sei es die Fußball-WM, das SPD-Wahlplakat oder der Stiefelnazi und sie, frei nach KIZ Ausspruch „Du und dein Boss habt nichts gemeinsam, bis auf das Deutschlandtrikot“ auf ihren gemeinsamen Nenner bringen: die Liebe zu diesem Land.

Organisiert von direction_f

Vortrag: Faschisten unter dem Radar – Die Grauen Wölfe in Deutschland

Dienstag, 25.06.2024, 18 Uhr, Conti-Hochhaus, 14. OG

Wenn in Deutschland über die Gefahr des Faschismus diskutiert wird, fällt ihr Name selten. Dabei gelten die Strukturen, welche den „Grauen Wölfen“ zugerechnet werden können (neben der AfD) als die mitgliederstärkste rechtsextreme Organisationen in der BRD. Was ist die Geschichte des türkischen Faschismus und sein Bezug zu Deutschland? Wie organisieren Graue Wölfe und Co sich hier und was sind ihre Ziele? Diesen und weiteren Fragen wollen wir in dem Vortrag auf den Grund gehen.

organisiert von der Internationalistischen Jugendkommune

Aftermovie festival contre le racisme 2023 Hannover

festival contre le racisme 2023

Samstag, 17. Juni, ab 15 Uhr — Welfengarten — drei Bühnen — Open-Air Konzerte — Info-, Essens- und Getränkestände — Eintritt frei

Das festival contre le racisme Hannover 2023 findet dieses Jahr am 17. Juni von 15 bis 23 Uhr wie gewohnt im Welfenpark statt!

Es erwarten euch auf der Hauptbühne internationale Gäste! Die beliebte Elch-Bühne präsentiert sich ebenfalls wieder und das Dubkasten Soundsystem hat auch wieder Lust eure Hüfte zum Schwingen zu bringen!
Außerdem ist wieder für ein breites Angebot an Essens-/ Getränke-/ und Infoständen gesorgt, sowie eine Kinderbetreuung und einer Fotoausstellung.
Der Eintritt ist frei!
Die inhaltliche Veranstaltungsreihe zur Auseinandersetzung mit Kolonialismus und Rassismus, Antisemitismus, sowie weiterer Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wird vom 19. Juni 2023 bis zum 2.Juli organisiert.

___ EN ___

Dear people, you are invited!

The festival contre le racisme Hannover 2023 will take place this year on 17 June from 3pm to 11pm as usual in the Welfenpark!
International guests await you on the main stage! The popular Elk Stage will also be back and the Dubkasten Soundsystem is ready to get your hips swinging again!
There will also be a wide range of food, drink and information stalls, as well as childcare and a photo exhibition.
Admission is free!
The series of events dealing with colonialism and racism, anti-Semitism and other group-related hostility towards people will be organised from 19 June 2023 to 2 July.

Das gesamte Programm zum Open-Air wie zur Veranstaltungsreihe findet ihr weiter im weiteren Verlauf dieses Blogs oder als Download in folgender pdf-Datei:

FCLR Programmdatei

Live-Acts 17. Juni 2023 ab 15 Uhr Hauptbühne

Audry Funk (HipHop/Rap)

Audry Funk has been rapping for 15 years; she comes from the Mexican car city of Puebla, where she studied philosophy, and now she lives in the Bronx (NYC). The Mexican (and increasingly the US) rap scene is now unthinkable without her.
She uses her glorious voice to share her feminist messages from her neighbourhood with us and the world.
She is also part of the music project „Somos Guerreras“ (We are warriors). The women warriors include the Guatemalan rapper Rebecca Lane and Nakury, who comes from Costa Rica.
Audry has performed on various international stages – at festivals, in communities or as MC and speaker in communal spaces and at conferences at renowned universities like Harvard. (Inter)national media such as BBC London, The Guardian, ARTE Germany have highlighted her as one of the most outstanding women in the rap and reggae scene in Mexico

 Audry Funk – Rompiendo Esquemas

Tightill (HipHop/DeutschRap)

Nachdem Rapper Tightill einige Zeit lang in Zürich, Barcelona und Berlin gelebt hat, zieht es den Bremer vor einigen Jahren wieder zurück in seine Heimatstadt. Dort gründet er gemeinsam mit Doubtboy, Skinnyblackboy, Young Meyerlack, Florida Juicy und Jay Pop die außergewöhnliche Rap-Crew Erotik Toy Records und macht es sich gemeinsam mit seinen Homies zur Aufgabe, Deutschrap zu revolutionieren. Statt mit Marken-Klamotten, einem teuren Neuwagen und einem riesigen Ego wollen die Bremer beweisen, dass man auch mit seinen Gefühlen flexen kann. Auch wenn treuen Modus Mio-Hörer*innen dabei vielleicht der Appetit auf das zeitgenössische Kollektiv vergeht, haben sich Erotik Toy Records in den letzten paar Jahren mit gefühlvollen, selbstironischen und authentischen Lyrics in unsere Herzen gesungen und bewiesen, dass Genregrenzen und Berührungsängste ebenso wenig eine Rolle für das Team spielen wie aufwändig inszenierte Künstlerprofile oder szenetypische Rollenbilder.

Tightill – Pink feat. LGoony

The Klaxon (LatinRock/Ska/Cumbia/Bolero)

THE KLAXON was born in the year 2000 in the city of Bogotá, Colombia. Their proposal mixes the genres of ska and reggae with diverse musical elements of Latin rock, bolero, Cumbia, Murga, Salsa, among others. During its twenty-three year history, The Klaxon has toured Canada, Mexico, Ecuador, Peru, Chile and Argentina. In addition, in Colombia, it was nominated for best ska band at the Shock Awards (2002), has participated in the Rock al Parque Festival (2001, 2002, 2009, 2013 and 2019), Altavoz festival (2013), Rastazo (2002 and 2008) and in different Rock and Ska/Reggae festivals throughout the country.

The Klaxon – Amanecer

Gosso D Thunder (Reggae/Dancehall)

The one and only Gosso D Thunder from Gambia is an international Reggae-, Dancehall,- and Afro-Artist based in Hannover Germany. Since 2016 he makes music. He will perform for you live on stage with the Amaroot band.

“We want to mash up the place with you, so bring good vibes with you and let us share a positive massage to this world together”.

See you soon at fclr 2023!

 Gosso D Thunder – Inna me life

DivaDiva (Hot Wave/Synth Pop)

Das Trio DivaDiva aus Hamburg machen Musik für den Dancefloor. Zwischen Riot mit viel Bass und Synthieträumen im Champagnerbad werfen sie einen melancholischen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse.

Auf der Bühne liefern sie große Gesten, ambitionierte Dancemoves und glamourösen Gesang zwischen 8os Pop und Punk.

Impressionen DivaDiva – Last Night

Live Act auf der Dubstage – Dubkasten Soundsystem

Das „Dubkasten Soundsystem“ ist aus einem Kollektiv von Vinyl- und Reggae begeisterten Menschen hervorgegangen, welches seit 2015 verschiedene Veranstaltungen organisiert oder musikalisch begleitet hat.
Die Gruppe hat über die Jahre ein eigenes Soundsystem aufgebaut und präsentiert darauf alte und neue Roots, Reggae, Dub und Steppas Tunes.
Die Agenda ist dabei stets antirassistisch, antinationalistisch und antihomophob.
Tolerance is what we deal with – Soundsystem always antifascist.
Support kommt dabei von den „Dubositos” (DJ Set), im Gepäck eine volle Bunte Tüte mit herzzerkloppendem Cumbia, wuchtigen tropischen Basscrossovers und mächtig scheppernden Dubs.
2 Laserbären ein Honigtopf. Bass down borders. Keep bears wild!

EN

The „Dubkasten Soundsystem“ emerged from a collective of vinyl and reggae enthusiasts that has organised or musically accompanied various events since 2015.

The group has built up its own sound system over the years and presents old and new roots, reggae, dub and steppas tunes on it. The agenda is always anti-racist, anti-nationalist and anti-homophobic.  Tolerance is what we deal with – Soundsystem always antifascist.

Support comes from the „Dubositos“ (DJ set), with a full colourful bag of heart-pounding cumbia, massive tropical bass crossovers and mighty rattling dubs.

2 laser bears one honey pot. Bass down borders. Keep bears wild!

Soraia Drummond (Reggae)

Singer/songwriter Soraia Drummond is one of the leading lights on Salvador’s high-grade reggae scene. After touring with the late great Gregory Isaacs, she took an extended trip to Kingston, Jamaica and worked with legends such as Sly & Robbie and Mad Professor. A gifted daughter of Bahia – Brazil’s reggae heartland – Soraia has taken her energetic live show combining Jamaican and Brazilian vibes on tours across Brazil and Europe.

https://www.soraiadrummond.com/

Live-Acts auf der Elchkeller-Bühne

Der Elchkeller ist ein selbstverwaltetes studentisches Café im Keller des Verfügungsgebäudes im Schneiderberg 50. Hier könnt Ihr tagsüber zwischen Lehrveranstaltungen dem Uni-Stress entkommen: günstig frühstücken und Kaffee trinken, plaudern und Leute treffen. Außerdem bietet der Elch Raum für politische Veranstaltungen, für Vorträge, Diskussionen und Lesungen, für Kino etc. Ab und an gibt es auch gemütliche Kneipenabende. Betrieben wird der Elch vom Elchkeller-Kollektiv, das sich um alle Aufgaben kümmert, die sich so ergeben. Auf dem Open Air beteiligt sich das Elchkeller-Kollektiv seit einigen Jahren mit einer eigenen Bühne. Die Menschen rund um den Elch laden zum sorgenfreien Chillen und Trinken in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre ein. In der Jurte gibt es günstige alkoholische und nicht-alkoholische Getränke. Auf der hauseigenen Bühne werden dazu ab 15 Uhr tanzbare Beats vom Plattenteller serviert.

EN

The Elchkeller is a self-organized students‘ café in the basement of the provision building at Schneiderberg 50. Here, you can escape the university stress between your classes: have a cheap breakfast and drink a coffee, chat and meet other people. Besides that, the Elch is offering a space for political events, presentations, discussions and readings, cinema, etc. From time to time, they also host nice bar evenings. The Elch is run by the Elchkeller-Kollektiv that is taking care of all duties. At the open air festival, the Elchkeller-Kollektiv participates with an own stage since some years ago. The people around the Elch invite to chill and drink without worries in the atmosphere of a cozy living room. In their yurt, they offer cheap alcoholic and non-alcoholic drinks. On their in-house stage, they serve you danceable beats up from 3 p.m. on.

DJ Ajicero (Cumbia/Tropical Bass)

Ajicero /Ecuador (La Murga Sónica)
Der gebürtige Ecuadorianer lebt seit 2002 in Hannover. Der heutige Grafiker & DJ versteht 100%, was Vielfalt bedeutet. In Deutschland entdeckte er seine Liebe zur Kunst wieder. Von seinen Wurzeln geprägt, gestaltet er die alternative Club-Szene seit mehr als 15 Jahren mit und hinterlässt so seinen kulturellen Fußabdruck.
Genre: Tropical Bass • Cumbia • Afrobeat • Brazilian Stuff
@dj_ajicero
@lamurgasonica

https://ajicero.bandcamp.com/

Fran

Fran ist ein 22-jähriger DJ, Musikproduzent und Musiker aus Brasilien, der derzeit in Deutschland lebt. Sein einzigartiger Sound kombiniert Elemente aus House und Groove mit lateinamerikanischen Rhythmen und sorgt auf der Tanzfläche für eine energiegeladene Stimmung.

Fran hat bereits in verschiedenen Clubs in Brasilien und Europa aufgelegt und versteht es, das Publikum mit seiner Musik mitzureißen. Er ist auf der Suche nach neuen kreativen Klängen und Mixes.

Veranstaltungsreihe des fclr vom 18. Juni bis zum 4. Juli 2023

Kämpfe für Umweltgerechtigkeit in Mexiko. Berichte aus Chiapas und Campeche

 

Montag, 19.6.2023, 18 Uhr, Elchkeller

Im Süd-Osten Mexikos wird das Megaprojekt „Tren Maya“ gebaut und führt irreversible Schäden für die lokale Bevölkerung mit sich, wie z.B. das Recht auf eine gesunde Umwelt oder der Verlust kultureller Identität. Gleichzeitig werden (inter-)nationale Rechtsmechanismen, wie die ILO-Konvention 169 verletzt und die Auseinandersetzung um den Zugang zu Wasser spitzen sich zu. Mit dem Projekt sind langfristige Risiken verbunden, über die wir mit Menschen vom Regionalen Indigenen Rat aus Xpujil (Campeche/MEX) uns austauschen möchten. Des Weiteren kommen wir mit einem Aktivist aus Chiapas ins Gespräch über Agrarökologie, Kooperativen und alternative Entwicklungsmodelle.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Lateinamerika-Kongress „Kontinuität und Wandel“. Organisiert von Ventana al Sur in Kooperation mit dem AStA Uni Hannover.

Online zugeschaltet sind Sara López und Nicolas Arcos vom Consejo Regional Indígena y Popular de Xpujil (CRIPX) und vor Ort wird Leon Avila aus Chiapas sein.

Spanisch, mit deutscher Übersetzung

Weitere Infos zum Lateinamerika-Kongress unter www.ventanaalsur.org

Ausstellungsführung: Hannover Kolonial

 

Dienstag, 20.6.2023, 16 Uhr, ZeitZentrum Zivilcourage, Theodor-Lessing-Platz 1A

Welche Orte gibt es in Hannover, die in einem Bezug zum deutschen Kolonialismus stehen?

Straßen, Plätze, Personen, Denkmäler, Gebäude, Ausstellungen … alles was man sehen kann, hat das Projekt „Hannover Kolonial“ fotografiert. Das Ziel: Mit den Bildern der ursprünglich intendierten Darstellung und den ehrenden Charakter zu brechen und die Orte durch fotografische Mittel zu dekonstruieren.

Damit soll der Umgang mit der kolonialen Vergangenheit der Stadt Hannover zur Diskussion gestellt werden.

Neben Orten mit kolonialen Bezügen werden in der Ausstellung auch Akteur*innen von Erinnerungskultur in Hannover zu sehen sein. Fünf Gruppen aus der Stadt wurden interviewt, die in Bezug auf die abgebildeten Orte und ihre Bedeutung für die Stadt unterschiedliche Perspektiven vertreten. Es ging um den Umgang mit Denkmälern und Straßennamen, darum wie man den deutschen Kolonialismus aufarbeiten kann und inwiefern Themen wie Migration, Rassismus und Klimawandel in Kontinuität zum deutschen Kolonialismus stehen.

www.hannover-kolonial.de

Die Führung dauert ca. 1 ½ Stunden und bedarf keiner Anmeldung.

Studierende des Masterstudiengangs Atlantic Studies in Kooperation mit dem AStA Hannover

Vortrag: Antisemitismus – „Das Gerücht über die Juden“

 

Donnerstag, 22.6.2023, 18 Uhr, Elchkeller Schneiderberg 50

Antisemitismus ist für die davon betroffenen Juden und Jüdinnen alltagsprägend. Trotz der Historie und Aktualität des Antisemitismus in Deutschland, besteht in der Bevölkerung oft dennoch Unklarheit über verschiedene Arten antisemitischer Gewalt. Diese Veranstaltung soll einen Einblick über historische Kontinuitäten und Entwicklungen des Antisemitismus geben. Auch werden unterschiedliche Funktion- und Wirkungsweisen mit exemplarischen Beispielen skizziert.

Johanna Thiemecke in Kooperation mit dem AStA Hannover

Online-Workshop: Anti-indigener Rassismus in Deutschland

 

 

https://us06web.zoom.us/j/89295576946?pwd=aXZLZ0pXQVpQcDM3VDl6WFg5MkVPQT09

Anti-indigener Rassismus ist Teil deutscher Geschichte seit Beginn des Kolonialismus, doch nur selten wird darüber gesprochen. Da die rassistischen Stereotypen deutlich mehr Raum in der deutschen Gesellschaft, unseren Medien und co. einnehmen als echte Repräsentation (danke Karl May!), ist es daher kaum verwunderlich, dass Deutschland ein gefährliches, rassistisches und unrealistisches Verhältnis gegenüber der Thematik hat. Kollektive Kognitive Dissonanz, Deutschlands I-Wort Obsession und warum wir darüber sprechen müssen besprechen wir im Workshop „anti-indigener Rassismus in Deutschland“ am 23.06.2023 von 17:00-20:00.“ Den Zugangs-Link bekommt ihr auf Nachfrage zugesendet: polbil@asta-hannover.de oder wird über die Social-Media-Kanäle des AStA geteilt.

Zur Referent*in: Julia (keine Pronomen, sie/ihr) ist unter anderem ein*e indigene*r, nicht-binäre*r, fette*r Berater*in und Referent*in im Bereich Antidiskriminierung mit den Schwerpunkten anti-indigener Rassismus in Deutschland, Fettfeindlichkeit, Ableismus und Saneismus. Im Rahmen des Kollektivs „DisCheck“ (www.discheck.de, @discheck_) unterstützen das DisCheck Team und Julia seit 2020 Unternehmen, Organisationen und Institutionen bei der Umsetzung diskriminierungs- und barrieresensibler, intersektionaler und authentisch diverser Medieninhalte und interner Prozesse.

AStA Hannover in Kooperation mit Julia Bünger

Theater-Performance – lusus naturae – Freaks out of the Universe

 

Samstag, 24.6.2023, 18 Uhr, Welfengarten (bei Schlecht-Wetter Conti-Foyer, Königsworther Platz 1)

Lusus Naturae – „a deformed person or thing; freak“ wurde vor allem im 19.Jahrhundert im Kontext von sogenannten Freakshows verwendet – ein Sammelbegriff, um unverständliche Objekte und deformierte Wesen mit Absonderlichkeiten zu beschreiben. Diese Freakshows zogen über die Jahrmärkte und stellten dort ihre Exponate aus.

Auch wenn es diese Menschenausstellungen nicht mehr gibt, ist das Konzept der menschlichen Exponate immer noch aktuell – sei es in Talkshows, Fernsehsendungen oder in gesellschaftlichen Kontexten.

Das Start2Dance Collective präsentiert: „Freaks out of the Universe – Die Menschenausstellung des 21. Jahrhunderts“. Dieses außergewöhnliche Ereignis ist das kritische Gegenstück zu den damaligen Freakshows der Vergangenheit, die seit Renaissance bis heute überlebt haben.

Wir möchten einen sicheren Raum schaffen, in dem alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit akzeptiert und respektiert werden. Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Ableism oder Ageism haben bei uns keinen Platz und werden nicht toleriert. – Diese Show kann triggern.

Start2dance-Kollektiv

Vortrag: „FGM/C: weibliche Genitalverstümmelung und die medizinische Situation in Deutschland“

 

Sonntag, 25.6.2023, 18.30 Uhr, Elchkeller

Weltweit sind über 200 Millionen Mädchen und Frauen von FGM/C – weiblicher Genitalverstümmelung bzw. -beschneidung – betroffen. Jedes Jahr kommen schätzungsweise 3-5 Millionen Mädchen hinzu. In Deutschland ist die Dunkelziffer der betroffenen Frauen groß, fast so groß wie die Leere zum Thema FGM/C in der medizinischen Ausbildung.
Doch was ist FGM/C eigentlich, wo wird es praktiziert und warum sollten wir nicht länger wegschauen?
In diesem Vortrag soll es um diese Fragen gehen und um die Rolle von Rassismus in der Behandlung von betroffenen Frauen.

TW: Es wird in diesem Vortrag explizite Gewaltschilderungen geben, ein Awareness-Team wird an dem Abend für euch vor Ort sein.

Rebecca Lütke-Notarp mit dem Autonomen Feministischen Kollektiv in Kooperation mit dem AStA Hannover

Abschiebungen aus Hannover – Exkursion zum Flughafen Hannover-Langenhagen

 

Montag, 26.6.2023, 17.15 Uhr, Reiterstatur Hannover Hauptbahnhof

Weitestgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit werden auch aus Niedersachsen Menschen in Länder abgeschoben, in denen Krieg und Hunger herrschen oder in denen sie verfolgt werden. Mit dem Flughafen Hannover-Langenhagen, von dem aus regelmäßig und in letzter Zeit vermehrt Sammelabschiebungen stattfinden und dem Abschiebegefängnis in unmittelbarer Nähe des Flughafens befinden wir uns in der Region Hannover an einem zentralen Punkt der deutschen Abschiebelogistik. Aber auch an einem Punkt, an dem wir besonders effektiv gegen Abschiebungen tätig werden können. Auf dieser Exkursion möchten wir, das Netzwerk gegen Abschiebungen Hannover, euch mit den Gegebenheiten am Flughafen Hannover-Langenhagen vertraut machen, über bisherige Aktionen am Flughafen informieren und mit euch ins Gespräch darüber kommen, wie wir gemeinsam aktiv werden können. Außerdem werden wir einen Abstecher zum Abschiebegefängnis machen und euch über Möglichkeiten praktischer Solidarität mit den Menschen in Abschiebehaft informieren.

Treffpunkt: 17.15 Uhr Reiterstatur („Unterm Schwanz“) vor dem Hauptbahnhof Hannover

Netzwerk gegen Abschiebungen

Der Hass auf Ezid:innen – Verschwörungsmythen & Feindbilder

 

Dienstag, 27.6.2023, 19 Uhr, Elchkeller (Schneiderberg 50, 30167 Hannover)

Ezid:innen werden seit Jahrhunderten in ihren ursprünglichen Herkunftsgebieten (Irak, Syrien, Türkei) verfolgt und diskriminiert. Als ethnoreligiöse Minderheit erlebten sie insbesondere im Irak und Syrien zahlreiche Genozide, zuletzt 2014 durch den sogenannten IS. Die IS-Kämpfer töteten tausende Ezid:innen, vor allem Männer und ältere Frauen, entführten junge Frauen und Kinder, die als Sexsklaven verkauft, verschenkt oder zur Zwangsarbeit genötigt wurden. Die Genozide werden durch Verschwörungsmythen und Feindbilder legitimiert. Zentral ist dabei die Verschwörungstheorie, dass Ezid:innen den Teuf*l anbeten würden, wobei der „Freund-Feind“-Gedanke in der absoluten Vernichtungsideologie mündet. Im Rahmen des Vortrags betrachtet Ferda Berse den historischen Ursprung des Hasses auf Ezid:innen und legt die Wirkungsmuster von Verschwörungstheorien und Feindbilder am Beispiel der Ezid:innen dar.

Ferda Berse ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet als Gewerkschaftssekretärin und Politische Bildnerin. Ihre Schwerpunkte sind kritische Soziologie, kritische Geschlechterforschung sowie Ethnizitätsforschung. Sie engagiert sich in verschiedenen Organisationen sowohl theoretisch als auch praktisch zu den Themen Islamismus, Kurdistan und ezidische Diaspora in Deutschland.

Filmvorführung: „Stille Post“

Anschließendes Filmgespräch mit Regisseur Florian Hoffmann

 

Mittwoch, 28.6.2023, 18 Uhr, Kino im Sprengel (Klaus-Müller-Kilian-Weg 2, 30167 Hannover)

Ein Film, beruhend auf wahren Begebenheiten: Khalil ist Grundschullehrer und lebt mit seiner Freundin, der Journalistin Leyla, in Berlin. Als sie ihm Kriegsvideos aus seiner Heimatstadt in der Türkei, der kurdischen Stadt Cizre zeigt, gerät Khalils geordnetes Leben aus den Fugen: er meint, seine tot geglaubte Schwester in den Amateuraufnahmen erkannt zu haben. Über die kurdische Gemeinschaft versucht er mit ihr Kontakt aufzunehmen. Im Gegenzug soll er die Kriegsvideos in die deutschen Nachrichten bringen. Doch andere Konflikte haben einen höheren News-Wert. Erst als Khalil und Leyla die Videos manipulieren, bekommen sie die mediale Aufmerksamkeit, die sie sich gewünscht haben: es wird berichtet und politische Debatten nehmen Fahrt auf. Doch als der Konflikt auch Khalils Schulkasse erreicht, realisiert er, es geht nicht mehr nur darum, im Wettbewerb der Nachrichtenbilder zu bestehen, sondern auch um sein eigenes Leben in Berlin zu beschützen

Stille Post kreist um politische und ethische Fragen: Wie kommt es, dass über manche Kriege berichtet wird – und über andere nicht? Darf man ein Kriegsbild manipulieren, um dadurch die öffentliche Aufmerksamkeit zu wecken?

Im Anschluss wird es ein Gespräch mit dem Regisseur Florian Hoffmann geben!

Deutsche Asyl- und Flüchtlingspolitik zwischen Abschottung und Verwertungslogik

 

Donnerstag, 29.6.2023, 18 Uhr, Elchkeller (Schneiderberg 50, 30167 Hannover)

Mit der neuen Bundesregierung aus FDP, Grünen und SPD sind einigen Gesetzesänderungen umgesetzt worden, die ausreisepflichtigen Geflüchteten, die seit mindestens 5 Jahren in Deutschland leben und lediglich eine sog. Duldung besitzen, die Chance auf eine Aufenthaltserlaubnis geben (sog. „Chancen-Aufenthaltsrecht“). In der Regel ist dazu die (teilweise) Lebensunterhaltssicherung durch Arbeit Voraussetzung. Dieser Gesetzesänderung, die zwar eine Verwertung auf dem Arbeitsmarkt verlangt, aber trotzdem als eindeutige Liberalisierung bewertet werden kann, stehen Debatten gegenüber, die eine Verstärkung der europäischen Abschottung und eine Auslagerung des Flüchtlingsschutzes weit vor die Grenzen der EU verlangen. Diese im Kern völkerrechtswidrigen Ideen werden immer gesellschaftsfähiger und führen zu einer weiteren Barbarisierung der europäischen Politik gegenüber Schutz suchenden Menschen.

Niedersächsischer Flüchtlingsrat e.V. – Referent Sigmar Walbrecht – in Kooperation mit dem AStA Uni Hannover

World Café: Was ist Post an Kolonial? Koloniale Kontinuitäten in Gesellschaft, Klima und Bildung / im 21. Jahrhundert

 

Dienstag, 4.7.2023, 18 Uhr, Conti-Foyer (Königswortherplatz 1, 30167 Hannover)

Obwohl viele ehemalige Kolonien spätestens im Verlauf des 20. Jahrhunderts ihre Unabhängigkeit erlangten und die ehemaligen Kolonialmächte keine formelle Herrschaft mehr ausüben, halten sich bis heute Koloniale Einflüsse, Strukturen und vor allem auch Wissensbestände in unseren Gesellschaften. Deshalb soll es in diesem World Café darum gehen, was es bedeutet, dass wir in einer Post-Kolonialen Welt leben und wie genau Koloniale Kontinuitäten nach wie vor unser Leben prägen. Wie ist zum Beispiel die Lehre an Universitäten bedingt durch koloniales Wissen und koloniale Denkmuster? Inwiefern hängen die verschiedenen Kolonialismen mit dem Klimawandel zusammen? Und inwiefern prägen auch koloniale Strukturen nach wie vor die Leben in afrikanischen Ländern/in Ländern des globalen Südens? Zu diesen und weiteren Fragen, könnt ihr an verschiedenen Stationen direkt mit Expert*innen in Kontakt treten, Fragen stellen und euch austauschen.

Als Gastgeber*innen sind u.a. dabei: Innawa Bouba, Brenda Davina, Daniel Kalifa, Eby Tangara, Hannah Indirah Terhorst, Lisa Meyer, Emma Piel

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung HannoverKolonial und findet in Kooperation mit dem Afrikanischen Dachverband Nord, Afrosources, Colors of Climate, der Generation Postmigration, kargah. e.V sowie dem studentischen Projekt Hannover Kolonial und dem AStA Hannover. statt.

Workshop zu israelbezogenem Antisemitismus – „Wenn Israel gesagt aber Juden gemeint sind“

 

Donnerstag, 6.7.2023 16 – 19 Uhr, Ort auf Nachfrage

Verschärft sich wieder einmal die Lage des Israelisch-Palästinensischen Konflikts dann hat dies auch Einfluss auf das Leben von Jüdinnen und Juden weltweit. Sehr deutlich wurde dies zuletzt im Mai 2021 als es im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen in Israel überall in Deutschland zu Kundgebungen und Demonstrationen kam. Begleitet wurden diese von zahlreichen antisemitischen Vorfällen. Doch auch abseits solcher Veranstaltungen wurden und werden Jüdinnen und Juden zum Ziel des israelbezogenen Antisemitismus. Ebenso aufgeheizt wird in Deutschland dann darüber diskutiert wann Veranstaltungen oder Aussagen die sich gegen Israel richten als antisemitisch zu deuten seien und wann es sich um legitime „Kritik“ handele. Dabei kann leicht der Eindruck entstehen, die Deutung was antisemitisch sei, wäre je nach politischer Ausrichtung oder persönlicher Einstellung zum Konflikt frei wählbar oder die Wahrheit liege irgendwo dazwischen.

Um dieser scheinbar willkürlichen Diskrepanz zu begegnen soll in dem Workshop erläutert werden wie antisemitische Motive in der Diskussion um den jüdischen Staat wirken. Handelt es sich hierbei um eine neue Entwicklung oder einfach um die moderne Auflage eines alten Ressentiments? Was genau verbindet Antisemitismus und Antizionismus? Und wie kann gegen Antisemitismus vorgegangen werden? Antworten auf diese Fragen sollen in dem Workshop gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden.

Helge Regner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Recherche und Informationsstelle (RIAS) Niedersachsen. Er ist zudem seid vielen Jahren in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit tätig.

Um am Workshop teilzunehmen und den Veranstaltungsort zu erfahren, meldet euch bitte bei  polbil@asta-hannover.de.

RIAS Niedersachsen in Kooperation mit dem AStA Hannover

Rückblick

Das festival contre le racisme – Hannovers Festivalreihe gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit – wird in Hannover bereits seit 2008 durch den AStA der Uni Hannover in Zusammenarbeit mit verschiedensten Initiativen, Strukturen und Gruppen, welche im weiteren Umfeld der Universität angesiedelt sind, organisiert.

In jedem Jahr gibt es ein kostenloses Open Air Konzert im Welfengarten sowie eine Veranstaltungsreihe, die sich inhaltlich auf niedrigschwelligem, wissenschaftlichen Niveau speziell mit dem Phänomen Rassismus und darüber hinaus im ganz allgemein mit der Analyse, dem Entstehen, Bestehen und Wirken von menschenfeindlichen Ideologien in der (deutschen) Gesellschaft befasst.

In den letzten Jahren ist es uns gelungen, die hannoversche Festivalreihe zur größten bundesweit auszubauen. Mit 5.000 Besucher*innen beim Open Air im Welfengarten und einer rundum überdurchschnittlich gut besuchten Veranstaltungsreihe, ist es uns gelungen, das Festival endgültig als feste Größe in der Region zu etablieren.

Wie das beim Open-Air aussieht, vermittelt das Aftermovie von 2015 ganz schön:

Jüdisches Leben kennen die meisten Menschen in Deutschland nur aus Geschichtsbüchern und historischen Dokumentationen. Was dabei wirklich jüdisches Leben und Tradition ausmacht wissen die wenigsten. Die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover bietet im Rahmen des FCLR eine Führung durch die Synagoge an um Interessierten einen Einblick in die Lebensrealität von Jüd*innen und Juden in Deutschland zu geben.
Eine Anmeldung ist notwendig und die Teilnehmer*innenanzahl ist begrenzt.

Anmeldungen per Mail bitte an dialog@ljgh.de .

Nach oben scrollen