FESTIVAL CONTRE LE RACISME

festival contre le racisme

Nach zwei Jahren Pause ist es soweit – endlich wieder festival contre le racisme (fclr) mit Open Air! Das „festival contre le racisme“ (fclr) gehört in Hannover seit vielen Jahren zu einem der Highlights des Sommers. Aufgrund von Corona mussten wir leider für zwei Jahre aussetzen, doch nun findet in diesem Jahr endlich wieder unser Open Air Konzert statt und ist der fulminante Auftakt, bevor anschließend eine Veranstaltungsreihe die Möglichkeit bietet sich inhaltlich mit Rassismus, Antisemitismus, anderen Formen der Menschenfeindlichkeit und Kolonialismus auseinanderzusetzen. In diesem Jahr findet das fclr nicht wie gewohnt im Juni, sondern erst Ende August statt, da wir aufgrund der Corona-Situation im Frühjahr mehr Zeit und Planungssicherheit brauchten. Das Programm zur Veranstaltungsreihe findet ihr hier sowie auf Insta und Facebook.

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Auch bei rauszeit könnt ihr die einzelnen Veranstaltungen finden.

Am 27. August 2022 ist es nun aber soweit – ab 15 Uhr erwartet Euch im Welfengarten neben dem musikalischen Programm wieder eine reichhaltige kulinarische und inhaltliche Verpflegung an den zahlreichen Ständen. Ihr könnt Infos von verschiedenen politischen Initiativen abgreifen, leckere Drinks schlürfen und Euch die Bäuche vollschlagen.

Auf der Hauptbühne erwarten Euch in diesem Jahr folgende 5 Acts:

Amewu (Hip-Hop)

Amewu machte sich eher durch beeindruckende Live performances und durch die Qualität statt Quantität seiner Releases einen Namen. Für lange Zeit gab es seine neuen Songs nur auf Konzerten zu hören, doch im Mai 2019 veröffentlichte er das erste Mal wieder einen Solo-Track. Nach dem letzten eher ruhig melancholischen Single Release „Blut“, folgt mit „Skalp“ eine energiegeladene Ansage an die Rap-Szene, die mit ein paar gezielten Nackenschellen beginnt und mit einem Rundumschlag als SKALP TOUR endet.

Duo Frizzante & Samuele Inverno (Italo-Disco)

Duo Frizzante & Samuele Inverno wohnen zusammen in München und haben während des Corona-Lockdowns in ihrer WG eine Italo-Disco-Band gegründet. Die Band mixt elektronische Perkussions-Elemente mit jeder Menge cheesy Synthesizer zu einem tanzbaren, aber auch düsterem Sound. Ihr müsst sie gehört haben, um wirklich das Tanzbein geschwungen haben zu können!

Ilhan44 (Hip-Hop)

Ilhan 44 hat in den letzten beiden Jahren gleich zwei EPs veröffentlicht und sich damit nicht nur in Berlin einen Namen gemacht. In seinen Songs skizziert Ilhan seine Kindheit und Jugend, geprägt von Armut und Ausgrenzung als Sohn immigrierter Eltern in Neukölln. Die Wut und Verzweiflung über den omnipräsenten Rassismus, Polizeigewalt und die gesellschaftlichen Verhältnisse ist dabei deutlich zu spüren. Ilhans Stimme und Zeilen hinterlassen mit Nachdruck Eindruck. Einen Eindruck von seinem Leben, stellvertretend für all jene, die mutwillig überhört und übersehen – und somit systematisch unterdrückt werden.

schlecht (Punk)

Selbstbeschreibung: wir sind schlecht.

Vier lustige Menschen aus hannover. wir machen seit 2 jahren zusammen musik. irgendwas zwischen schweinepogo und hardcorepunk. zwischen keinen bock auf arbeit, dafür auf dosenbier. zwischen ernsthaftigkeit und stumpfsinn. bisschen mosh, bisschen pogo. aber hauptsache bier.

ach und bald gibts ne platte. 14 songs, 20 minuten.

Laturb (Synthpop / New Wave / Performance / Punk)

Laturb ist eine hoch emotionale Achterbahnfahrt durch dunkelbunte Glitzerwelten // mit Anarchie und Apfelsaft im Gepäck, Goldfisch und Granaten // zwischen New Wave, Synthpop, Punk & Performance. Live bieten die drei eine synthhaft gute Musik-Performance-Show, die voller Überraschungen in eine dunkelbunte Glitzerwelt entführt. In einer wilden Achterbahnfahrt treffen hier 80er Synthesizer auf knackige Beats, punkige Gitarren auf Panflöten, Rap-Passagen und catchy Refrains. Dazu regnet es Glückskekse und wie aus dem Nichts tauchen skurrile Gestalten auf, um kurz darauf wieder in der Dunkelheit zu verschwinden. Das ist mal witzig, mal ernst, politisch und trashig, cool und berührend, laut und leise – zum Träumen, Tanzen, Toben!

 


Fotoausstellungen

Dieses Jahr kuratieren wir auf dem Gelände ein sogenanntes „Ausstellungsdreieck“. Zwischen den Bäumen in der Nähe des Spielplatzes präsentieren wir euch drei verschiedene Fotoausstellungen. Inhaltlich setzt sich die Ausstellung vom VVN-BdA mit den neuesten neofaschistischen Entwicklungen in Deutschland auseinander und die Gruppe Women Defend Rojava zeigt Fotos zu den verschiedenen Formen des Widerstands der Frauen in Rojava gegen die Angriffe des türkischen Staates. Die Recherche AG des „Netz der Rebellion“ beleuchtet darüber hinaus koloniale Kontinuität in Mexiko mit deutscher Beteiligung anhand des Megaprojekts „Tren Maya“.

Nehmt euch gerne Zeit für die Ausstellungen, kommt ins Gespräch, vernetzt euch mit den Ausstellenden und kommt auf uns zu, wenn ihr mehr Informationen haben möchtet.

Außerdem werden wir euch über unsere Social-Media-Kanäle informieren, sobald wir weitere Ausstellungszeiten und -orte präsentieren können!

Neofaschismus in Deutschland

Organisiert vom AStA Uni Hannover und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA)

Von AfD bis Querdenker:innen: Die neue Ausstellung vom VVN-BDA gibt einen Überblick über neueste neofaschistische Entwicklungen in Deutschland

Bereits 1985 konnte die Kommission Neofaschismus der VVN-BdA die erste Version der Ausstellung „Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland“ öffentlich vorstellen. Seitdem wurde sie immer wieder überarbeitet: Themen, Organisationen und Erscheinungs- und Aktionsformen der extremen Rechten haben sich immer wieder verändert und haben sich den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen angepasst; zugleich hat sich im Lauf der Zeit auch der gesellschaftliche Umgang mit alten und neuen Nazis verändert. Die 2014 fertig gestellte Version war besonders schnell überholt, weil sie die erst 2013 gegründete AfD zwar durchaus dem rechten Spektrum zuordnete, die rasante Entwicklung dieser Partei und die zentrale Rolle, die sie inzwischen in der extremen Rechten einnimmt, damals aber noch nicht absehbar war. Zudem wurde die Einordnung der AfD in dieses Spektrum durchaus nicht überall geteilt.

Dass sich das inzwischen deutlich verändert hat, ist vor allem der AfD selbst geschuldet. Jeder „Führungsstreit“ war ein Konflikt über die grundsätzliche Ausrichtung der Partei und jeder dieser Konflikte endete mit einem Schritt weiter nach rechts „außen“; unterlegene „gemäßigte“ Repräsentant:innen hatten mit ihren Konkurrenzgründungen so wenig Erfolg, dass sich niemand mehr an sie erinnert.

Die Ausstellung richtet sich auf die Bewegung als Ganzes und die Rolle der AfD als „Parlamentarischer Arm der faschistischen Bewegung“ deutlich zu machen.

 


„Der Widerstand der Frauen in Nord- und Ostsyrien ‒ Wie Frauen sich gegen den türkischen Besatzungskrieg organisieren“ 

Organisiert von Women Defend Rojava

Ausstellung, anlässlich des 10.-jährigem Jubiläum der Revolution in Nord- und Ostsyrien:

Die Frauenorganisation Kongreya Star und Women Defend Rojava zeigen in dieser Ausstellung die vielen verschiedenen Formen des Widerstands der Frauen in Rojava angesichts der Invasion der zweitgrößte NATO-Armee, die des türkischen Staates. Mit Bild und Text werden die legitime Selbstverteidigung, medizinische Arbeiten und Pressearbeit, Arbeiten der Kommission für Malbatên Şehîdan (Familien der Gefallenen), Widerstand der Bevölkerung, die Arbeiten der jungen Frauenbewegung sowie der Bereich der Frauendiplomatie vorgestellt.

Vor 10 Jahren im Jahr 2012 begann die Revolution in Rojava, welche heute als Frauen-Revolution bekannt ist. Die Bevölkerung und ihre Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien wird seit mehreren Jahren, unter anderem mit der Invasion Efrîns im Januar 2018, vom türkischen Staat angegriffen und ganze Städte und Regionen wurden besetzt. Im Oktober 2019 begann eine neue Phase, als der türkische Staat weitere nordsyrische Städte entlang der Grenze angriff und seine Besatzung auf die Gebiete um Serekaniyê (Ras al-Ain) und Girê Spî (Tall Abyad) ausweitete, während sich die umliegenden Gebiete noch immer im Krieg gegen die Invasiontruppen befinden. Auf Grund der aktuellen Bedrohung einer erneuten Invasion wurde am 6.7.2022 durch die Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien der Ausnahmezustand ausgerufen.

Die Ausstellung wird am 3.9. ebenfalls im UJZ Korn gezeigt.

 


„Die Geisterbahn der DB“ – Der Tren Maya in Mexiko

Organisiert vom AStA Uni Hannover und der Recherche AG des „Netz der Rebellion“


Die internationale „Recherche AG“, bestehend aus Aktivistinnen* aus Mexiko und Deutschland, erarbeitetet in einem Report die Beteiligung europäischer Unternehmen an einem zerstörerischen Megaprojekt im Südosten Mexikos: Dem zynisch benannten Tren „Maya“ (dt. „Maya“-Zug).
Im Juni 2022 veröffentlichten die Recherche AG die aktualisierte Neuauflage des 83-seitigen Berichts Tren Maya Made in Germany.
In dieser „Geisterbahn“ stellen sie einige Inhalte des Reports in einer kleinen Ausstellung vor.
Neben einer Kurzvorstellung des Projekts in Mexiko, v.a. der im Zuge des Tren „Maya“ stattfindenden Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen, geht es dabei vor allem um die Verantwortung von Konzernen und Regierungen hier vor unserer Haustür.
Die Deutsche Bahn – sich selbst als „Deutschlands schnellster Klimaschützer“ bezeichnend, ist auch außerhalb Mexikos in fragwürdige Geschäfte verwickelt. Auch darauf wird in dieser Geisterbahn einen Blick geworfen: Was macht die DB in Katar? Was hat sie mit Waffentransporten zu tun, und woher stammt der „grüne“ Ökostrom?
Triggerwarnung: Einige Texte und Bilder beinhalten Gewalt, u.a. Fotos von Militäreinsätzen.

Ausgehend vom Report der Recherche AG zur Beteiligung der Deutschen Bahn am

Megainfrastrukturprojekt „TREN MAYA“ soll über die generelle Verantwortung deutscher und europäischer Konzerne an Menschenrechtsverletzungen und Umwelt-zerstörungen gesprochen werden, die sich eigentlich gerne als „menschen- und umweltfreundlich“ verkaufen.
Dabei wird schnell ersichtlich: Im offiziellen Diskurs eines „nachhaltigen Kapitalismus“ und im Narrativ von „Entwicklung, Fortschritt und Moderne“ spielen koloniale Kontinuitäten eine bedeutende Rolle. Wer denkt schon an Militarisierung, Grenzschutz, Rohstoffabbau, Landraub, Ökozid, Kriminalisierung und Verfolgung, wenn es um ein „harmloses Infrastrukturprojekt“ geht? Und wer denkt an ein in über einhundert Ländern agierendes Unternehmen, wenn es um die „Deutsche Bahn“ geht?
Wir sind nicht gegen die Bahn, wir sind gegen den Kapitalismus. Der Tren „Maya“ zeigt, welche Zerstörung dessen „grüner Anstrich“ bedeutet. Die Deutsche Bahn sollte sich auf den Ausbau bezahlbarer und sozialer Schieneninfrastruktur in Deutschland kümmern, anstatt mit über 500 Subunternehmen auf der ganzen Welt mit Zügen, LKWs, Flugzeugen und Frachtschiffen die Fortführung unserer zerstörerischen Lebensweise zu befeuern.“

 


Drei Bühnen erwarten euch!

Neben der bekannten Hauptbühne mit den Live-Acts erwartet euch wie gewohnt die Elchkeller-Bühne.

Der Elchkeller ist ein selbstverwaltetes studentisches Café im Keller des Verfügungsgebäudes im Schneiderberg 50. Hier könnt Ihr tagsüber zwischen Lehrveranstaltungen dem Uni-Stress entkommen: günstig frühstücken und Kaffee trinken, plaudern und Leute treffen. Außerdem bietet der Elch Raum für politische Veranstaltungen, für Vorträge, Diskussionen und Lesungen, für Kino etc. Ab und an gibt es auch gemütliche Kneipenabende. Betrieben wird der Elch vom Elchkeller-Kollektiv, das sich um alle Aufgaben kümmert, die sich so ergeben. Auf dem Open Air beteiligt sich das Elchkeller-Kollektiv seit einigen Jahren mit einer eigenen Bühne. Die Menschen rund um den Elch laden zum sorgenfreien Chillen und Trinken in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre ein. In der Jurte gibt es günstige alkoholische und nicht-alkoholische Getränke. Auf der hauseigenen Bühne werden dazu ab 15 Uhr tanzbare Beats vom Plattenteller serviert.

 

 

Daneben wird es dieses Jahr erstmalig eine dritte Stage vom Dubkasten-Soundsystem geben.

Das „Dubkasten Soundsystem“ ist aus einem Kollektiv musikbegeisterter Menschen hervorgegangen, welche seit 2015 meist jamaikanische Rhythmen über die Hinterhöfe der Nordstadt erklingen ließen.
Die Gruppe hat in den darauffolgenden Jahren stetig ein eigenes Soundsystem aufgebaut, und das eigene musikalische Profil erweitert. Alte und neue Roots Reggae, Dub und Steppas Tunes werden auf dem selbstgebauten, basslastigen Soundsystem präsentiert.
Als Verstärkung wird Toby Dread von „Rattle Tone Discotheque“ mit dabei sein, wobei ihr euch auf ein sorgfältig kuratiertes Set feinster Reggae tunes aus den letzten sechs Dekaden freuen könnt. Abgerundet wird das Ganze von einer Rutsche tropical cumbia sounds von den allseits beliebten „Dubositos“ – wer die beiden Laserbären kennt, der weiss, dass dabei kein Tanzbein ungeschwungen bleibt. Die Agenda ist dabei stets antirassistisch, antinationalistisch und antihomophob.
Tolerance is what we deal with – Soundsystem always antifaschistisch.

Wir haben außerdem noch ein paar Neuigkeiten im Programm – ihr könnt also gespannt sein, was es in diesem Jahr noch so alles an unserem Open Air Tag geben wird – dazu bald mehr.
Im Anschluss an das Open Air Konzert finden vom 29. August bis zum 28. September inhaltliche Veranstaltungen im Rahmen der fclr-Veranstaltungsreihe statt. Das Programm der Veranstaltungsreihe findet Ihr bald an dieser Stelle und natürlich in den schicken Programmheften, die es auf dem Festival geben wird, aber das Programm findet Ihr natürlich auch auf unseren Social Media Kanälen.

Folgt uns auf Social Media und erzählt Euren Freund*innen vom fclr. Wir freuen uns darauf Euch bald im Welfengarten und auf den Veranstaltungen der fclr-Reihe zu sehen!

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