26. Juni · Der Teufel hat sich schick gemacht

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Der Teufel hat sich schick gemacht

Das Täterinnenbild in der journalistischen Berichterstattung zum NSU Prozess

»Zschäpe, das von Rassenhass zerfressene Monster?«, Die »Diddl-Maus« der NSU, die »Nazi-Braut«, »die braune Witwe«, das »Oma-Kind«. Die Vorlesung konfrontiert die medial produzierten Zerrbilder weiblicher Täterinnenschaft mit Schlüsseltexten zur weiblichen Entwicklung, wahrnehmungs-, symbol- und geschlechtertheoretischen Überlegungen.

Öffentliches Rätselraten ? Wie konnte Beate, die »nette Hausfrau« von nebenan zur »kaltblütigen Nazi-Braut« werden. Ganz so als handle es sich um einen tatsächlichen Widerspruch, dass eine Frau gleichzeitig Kümmerin und neonazistische Killerin sein kann. Ganz so als ließen sich ein antisemitisches Weltbild, aktiv aggressives Handeln, Gewalt und Grausamkeit nicht mit der sog. »Normalweiblichkeit« in Einklang bringen.

Es gilt die vermeintliche Nicht-Begabung der Frau zu Antisemitismus, Gewalt und Grausamkeit zu relativieren und andererseits die wahrnehmungstheoretischen Implikationen, Geschlechtercodierungen, Abwehrmechanismen etc. anzugehen. Isabelle Hannemann hilft uns zu verstehen, warum weibliche TäterInnenschaft noch immer jenseits der Wahrnehmungsschablone zu liegen scheint.

  • Montag, 26. Juni
  • 19:00 Uhr
  • Elchkeller, Am Schneiderberg 50
  • Isabell Hannemann
  • Autonomes Feministisches Kollektiv