27. Juni · „Von grünen und grauen Wölfen.“

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“Von grünen und grauen Wölfen.“

Über das Verhältnis von Nationalismus & Islamismus in der Türkei und die aktuelle Situation.

„Als wir auf diesen Weg aufgebrochen sind“, so Recep Tayyip Erdoğan unlängst, „haben wir das Leichentuch angelegt“. Dieser Märtyrerkitisch ist die Propaganda, die gefällt – das Sterben als Ehre überlässt Recep Tayyip, bescheiden wie er ist, natürlich den Anderen. „Befehle es und wir töten, befehle es und wir sterben“, so die notorische Unterwerfungsgeste von Erdoğans Brüllvieh und die Drohung an jene, die den Staat missachten. Was nicht heißen muss, dass aus der Türkei mehr Todessüchtige in die syrische Hölle ausreisten als etwa aus Mönchengladbach oder Dinslaken. Die Verherrlichung des Todes und der Rache ist der Eid auf den Staat dieser kollektiven Bestie. Sie fungiert als kollektive Triebunterdrückung und Drohung mit der Enthemmung. Gegner der Muslimbrüder kontern diesen Todeskult mit Rufen wie „Wider den Hass es lebe das Leben“ (Nefrete inat yaşasın hayat) oder – feministisch und zugleich auf kurdisch – „Frau – Leben – Freiheit“ (Jin Jiyan Azadî). Zwischen Lebensbejahung und Todeskult verläuft die Front der türkischen Katastrophe.

Über die Konstellationen der türkischen Katastrophenpolitik, die ideologische Verzahnung von Rasse, Religion und Märtyrerkult sowie die Residuen individueller und kollektiver Widerstände hiergegen spricht Danyal Casar, Autor von Cosmoproletarian Solidarity, Konkret, der Jungle World und Sans Phrase.

  • Dienstag, 27. Juni
  • 19:00 Uhr
  • UJZ Korn, Kornstraße 28-32, 30167 Hannover
  • Danyal Casar
  • Kritik und Subversion Hannover & YXK Hannover